MILD-Methode

MILD-Methode

MILD (Mnemonic Induction of Lucid Dreams)

Die MILD Technik ist eine der bekanntesten und effektivsten Wege das luzide Träumen zu erlernen.  MILD steht für Mnemoniic Induction of Lucid Dreams (auf Deutsch so viel wie: “ Einleitung von luziden Träumen durch Gedächtnishilfen“). Sie wurde vom anerkannten Klartraum-Forscher Stephen LaBerge entwickelt und in seinem Klassiker „Exploring the World of Lucid Dreaming“ erläutert.

Bei der MILD-Methode geht es darum sich durch ständige Autosuggestionen und mit Hilfe von Traumzeichen oder Reality Checks klar zu machen, ob man gerade träumt oder nicht.  Die MILD-Technik besteht aus mehreren Schritten:

1. Sich an das Träumen erinnern

Fasse vor dem Schlafengehen den festen Entschluss nach einem Traum aufzuwachen und dich daran zu erinnern geträumt zu haben.

Das wird vielleicht nicht beim ersten Mal klappen, besonders wenn du dich in der Regel nicht an deine Träume erinnerst.

Die Erinnerung an Träume wird vom Körper als nicht wichtig angesehen, weshalb viele diese Eigenschaft nicht von Geburt an besitzen. Trotzdem ist sie mit ein paar Versuchen erlernbar.

MILD-Methode

Eine gute Technik ist, wenn du dir im Bett vor dem Einschlafen immer wieder den Satz „Wenn ich das nächste mal aufwache, werde ich mich an meine Träume erinnern“ im Kopf vorsagst. Das nennt man Autosuggestion.

Sehr wichtig ist dabei, den Satz nicht nur einfach stumpf zu wiederholen, sondern wirklich daran zu glauben und das Gefühl dabei mit Emotionen oder Bildern zu verknüpfen.

Schweifst du gedanklich einmal ab ist das vollkommen natürlich und kein Problem. Kehre dann einfach wieder zur Wiederholung des Satzes zurück.

TIPP: Am besten gelingt das Erinnern an das Träumen, wenn du dir zum Schlafen genug Zeit nimmst (8-9 h), sodass du in den frühen Morgenstunden von alleine aufwachst.

Zu dieser Zeit sind die REM-Phasen, also die Phasen in denen du träumst, am längsten, sodass die Wahrscheinlichkeit direkt „aus einem Traum heraus“ zu erwachen am größten sind.

2.MILD-Methode: Sich an den spezifischen Traum erinnern

Der nächste Schritt besteht darin sich an den spezifischen Traum, den man gerade hatte, zu erinnern. Dies Fähigkeit nennt man Traumerinnerung.

In meinem Artikel über die Traumerinnerung erfährst du alles wichtige darüber und wie du deine Fähigkeit sich an Träume zu erinnern verbessern kannst.

Anfangs werden dir bei deinen Versuchen wahrscheinlich nur einzelne „Fetzen“ des Traumfilms im Gedächtnis hängen bleiben. Je öfter du diese Übung aber wiederholst, an desto mehr wirst du dich nach dem Aufwachen erinnern können.

TIPP: Zögere nicht und nimm dir sofort nach dem Aufwachen 5 Minuten Zeit um intensiv darüber nachzudenken, was du gerade geträumt hast.

Schreibe deine Erinnerungen in ein „Traumtagebuch“ auf, das du am besten in der Nähe deines Betts deponierst.

Alternativ kannst du natürlich auch ein Diktiergerät oder dein Smartphone/Laptop mit entsprechenden Notiz-Programmen oder Apps benutzen.

Ein Traumtagebuch enthält alle Erlebnisse, an die wir uns nach dem Traum erinnern können (Comfreak / Pixabay)

Das Niederschreiben des Erlebten wird dir dabei helfen sich in Zukunft an noch mehr Inhalt aus den Träumen zu erinnern.

Für den Anfang reichen dabei einzelne Fragmente oder Gefühle vollkommen aus. Wichtig ist sich gedanklich mit dem Traum beschäftigt zu haben.

Später können dann ganze „Traumberichte“ daraus werden.

3.Sich klar werden: Ich will luzid träumen!

Sobald du dich an immer größere Teile eines Traumes erinnern kannst, ist das ein sehr gutes Zeichen!

Im folgenden Schritt werden wir unserem Gehirn nun klar machen, was wir als nächstes wollen: Im Traum erkennen, dass wir träumen.

Dazu gehen wir ähnlich wie in Step 1 vor: Lege dich zurück ins Bett und wiederhole wieder und wieder den Satz: „Sobald ich träume, will ich merken, dass ich träume“.

Auch hier gelten die Regeln wie in Schritt 1: Die Vorstellung den eigenen Traum steuern zu können mit Emotionen oder Bildern verbinden und wirklich daran glauben.

Traumzeichen

TIPP: Stephen LaBerge beschreibt im Zusammenhang mit der MILD-Technik ein hilfreiches Phänomen, dass dich dabei unterstützt im Traum zu erkennen, dass du träumst: Sogenannte Traumzeichen.

Das sind all die bekannten Abweichungen von der Realität, die in Träumen auftreten und sie gewissermaßen auszeichnen.

Das können Menschen sein, die wir eigentlich nie persönlich treffen würden (z.B. Prominente) oder Haustiere, die längst Tod sind. Aber auch Eigenschaften, die kein Mensch besitzt (z.B. unsichtbar sein oder fliegen), Zeitreisen in die Vergangenheit oder Zukunft und alle weiteren unlogischen und surrealen Ereignisse.

MILD-Technik
Ein Traumzeichen ist etwas, das nur im Traum auftreten kann (5arah / Pixabay)

Viele Menschen haben „persönliche“ Traumzeichen, die immer wieder in ihren Träumen auftauchen.

Die Kunst besteht darin diese „persönlichen“ Traumzeichen während des Traums bewusst als solche zu erkennen, um sich somit klar zu machen, dass man offensichtlich gerade träumt.

Hilfreich dabei kann das oben bereits erwähnte Traumtagebuch sein, in das man einträgt, was man träumt.

Nach einigen Tagen/Wochen werden sich verstärkt inhaltliche Muster bilden. Spezifische Dinge, die du in regelmäßigen Abständen im Traum erkennst. Das sind deine persönlichen Traumzeichen.

Reality Checks

Um neben den persönlichen Traumzeichen effektiv auch im Traum erkennen zu können, dass man träumt, ist ein sogenanntes „kritisches Bewusstsein“ nötig. Das bedeutet nichts anderes, als dass man sich ständig wieder bewusst machen muss, ob man gerade träumt oder nicht.

Das erreicht man durch die „Reality Checks (RC)“, kleine Tests, mit denen wir überprüfen können, ob wir gerade träumen oder nicht. RCs kann man sich auch selbst ausdenken. Die beliebtesten Reality Checks sind:

  • ein Auge schließen und überprüfen, ob man mit dem anderen Auge die Nase sehen kann. Ist dies möglich, träumst du NICHT. Kannst du deine Nase dagegen nicht sehen, träumst du.
  • Anzahl der Finger an einer Hand überprüfen. Sind es mehr oder weniger als 5 träumst du in der Regel 🙂
  • Nase zuhalten und versuchen durch die Nase zu atmen. Ist dies relativ leicht möglich träumst du natürlich 🙂

Grundsätzlich wird zwischen Objekt-RCs, mentalen und körperlichen RCs unterschieden:

Objekt RCs
Bei einem Objekt-RC überprüft man, ob ein Objekt wie in der Realität aussieht und/oder ob es sich genauso verhält wie in der Realität.

Du könntest zum Beispiel ausprobieren, ob du durch eine Wand fassen kannst oder ein Gegenstand eher zu Boden gleitet als fällt. Wie sieht es mit dem Fernseher aus? Kannst du damit normal fernsehen oder kannst du eine Pizza damit aufbacken?

Mentale RCs

Mentale RCs sind besonders beliebt, weil sie in der Öffentlichkeit ohne viel Aufsehen zu erregen durchgeführt werden können. Man stellt sich dabei einfach ganz intensiv spezifische Fragen, an deren Antwort man erkennen kann, ob man träumt oder nicht.

Mir persönlich hilft es immer sehr, wenn ich mir überlege wie ich dorthin gekommen bin, wo ich gerade bin. Bin ich zum Beispiel mit der S-Bahn gefahren oder mit dem Fahrrad?

Typisch für Träume sind nämlich Zeitsprünge. Würde ich träumen, könnte ich mich also nicht erinnern wie ich zu meinem jetzigen Standort gekommen bin, ich wäre einfach dort aufgetaucht.

Du kannst auch die Personen um dich herum genauer überprüfen. Sehen sie normal aus oder siehst du zum Beispiel nur das Gesicht und der Rest des Körpers ist extrem verschwommen oder passt nicht dazu?

Körper-RCs
Körper-RCs sind die einfachsten und wohl am schnellsten durchzuführenden Reality Checks.

Hierbei überprüft man einfach, ob ein bestimmtes Körperteil genauso aussieht oder funktioniert wie in der Realität. Hast du auf einmal mehr oder weniger als 5 Finger an einer Hand?

Du kannst auch ausprobieren, ob dein Körper zu Dingen in der Lage ist, die in der Realität unmöglich wären. Zum Beispiel extrem hoch springen oder unter Wasser atmen.

Du solltest dir angewöhnen ein, zwei Reality Checks täglich mehrmals anzuwenden. Das dauert nur ein paar Sekunden, hat aber eine enorme Bedeutung. Es wird dein „kritisches Bewusstsein“ schärfen.

Zum Glück träumen wir öfter von Dingen, die wir auch in unserem Alltag oft tun. Und diese Tatsache solltest du ausnutzen!

Die Reality Checks regelmäßig anzuwenden sollte dir so ins Blut übergehen, dass du sie auch im Traum automatisch machst. Das ist der Schlüssel hinter der MILD-Technik (und auch einigen anderen Methoden).

Dadurch wirst du im Traum überprüfen können, ob du träumst und wirst  „klar“ werden (also im Traum erkennen, dass du träumst).

Letzter Hinweis 'Reality Checks'
Zum Schluss möchte ich noch auf eine „Macke“ der Reality Checks hinweisen: Sie sind nicht zu 100% zuverlässig.

Stell dir vor, dein RC ist: „Ich überprüfe, ob ich fliegen kann. Wenn ich fliegen kann, muss ich träumen, weil das nur im Traum möglich ist.“ Angenommen du träumst wirklich, führst den RC durch und das Ergebnis ist, dass du nicht fliegen kannst.

Heißt das gleichzeitig, dass du auch nicht träumst? Nein, denn in diesem Beispiel träumst du ja wirklich. Dein RC hat also versagt.

Die Wahrscheinlichkeit so einen „RC-Blindgänger“ zu bekommen ist aber nicht sehr hoch, in der Regel funktionieren sie. Trotzdem kannst du die Wahrscheinlichkeit verringern, indem du dir mehrere RCs überlegst, die du durchführst.

Die MILD-Methode gilt als eine der effektivsten Methoden Klarträumer zu werden und hat auch mir dabei geholfen den ersten luziden Traum zu erleben.

Auch Stephen LaBerge hatte seinen ersten bewusst eingeleiteten Klartraum mit Hilfe der MILD-Methode induziert. Er merkte, dass er träumte als er seine bereits verstorbene Tante traf.

Oft wird die MILD-Technik auch in Kombination mit anderen Methoden angewandt. In jedem Fall stärkt sie durch die Einbindung des Traumtagebuchs dein „Traumgedächtnis“ und wird dir dabei helfen sich besser an die Träume zu erinnern.

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