Mit luziden Träumen Albträume bekämpfen

Mit luziden Träumen Albträume bekämpfen

Mit luziden Träumen Albträume bekämpfen

Albträume kennen die meisten von uns. Es gibt Menschen die hatten erst ein paar in ihrem Leben. Dann gibt es andere, die nahezu täglich von Albträumen geplagt werden. Das luzide Träumen stellt ein tolles Mittel dar Albträume zu bekämpfen. Wie das genau funktioniert möchte ich dir in diesem Blogpost verraten.

Übrigens: Ob Alptraum oder Albtraum ist nach der neuen Rechtschreibreform egal. Ich bleib hier beim Albtraum 🙂 .

Wie genau ist ein Albtraum definiert?

Zunächst einmal möchte ich dir erklären, wie ein Albtraum überhaupt definiert ist.

Ein Albtraum ist ein Traum, der mit negativen Gefühlen wie Angst oder Scham verbunden ist.

Oft fühlen sich Betroffene in einem Angsttraum verfolgt oder sehen erschreckende Bilder. Sei es der Tod eines Mitmenschen oder eine gruselige Gestalt.

Die Folge ist das Aufschrecken aus dem Traum. Meist wacht man schweißgebadet mitten in der Nacht auf und weiß erst mal nicht wo man sich befindet. Außerdem rast das Herz und die Atemfrequenz ist erhöht.

Bei chronischen Albträumen ist die logische Konsequenz, dass sich die Betroffenen auch tagsüber verängstigt fühlen, gestresst sind und in eine depressive Stimmungslage geraten.

Bei traumatisierten Patienten können Albträume sogar das Suizidrisiko erhöhen.

Albtraum
Albträume belasten ca. 5% der erwachsenen Bevölkerung (Pixabay)

Albtraum ist nicht gleich Nachtschreck

Abzugrenzen ist der Albtraum vom sogenannten Nachtschreck (Pavor nocturnus).

Dabei handelt es sich um ein Aufschrecken aus einem Traum in der Nacht. Er tritt meist während der NREM-Phase in der ersten Stunde nach dem Einschlafen auf und ist besonders unter Kindern verbreitet. Aber auch Erwachsene können einen „Nachtschreck“ erleben.

Betroffene fühlen sich dann kurzzeitig desorientiert, können aber schnell wieder einschlafen.  Für den Körper ist der Pavor nocturnus völlig harmlos.

Meist können sich die Betroffenen am nächsten Morgen ohnehin nicht mehr an das nächtliche Aufschrecken erinnern.

Nun aber zurück zu den eigentlichen Albträumen.

Wie entstehen Albträume?

Diese Frage wurde in wissenschaftlichen Studien untersucht. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Ursachen für Albträume vielfältig sein können.

Besonders anfällig scheinen Personen zu sein die nicht nur kreativ, offen und empathisch sind sondern  sich auch schlecht gegen Stress wehren können. Sehr wahrscheinlich spielt auch die Genetik eine große Rolle.

Einer der stärksten Auslöser für Albträume sind Traumata. Eng damit verknüpft ist der Begriff der posttraumatischen Belastungsstörung.

Besonders in Verbindung mit sexueller oder körperlicher Gewalt können solche Traumata entstehen. Aber auch einschneidende Erlebnisse wie der Tod eines geliebten Mitmenschen, vielleicht sogar vor den eigenen Augen, dienen als Ursache.

Nicht zuletzt kann Stress, zum Beispiel in Form von Prüfungsstress, als Auslöser von Albträumen dienen.

Am häufigsten treten Albträume übrigens bei Kindern zwischen dem 6. Und 10 Lebensjahr auf.  Aber auch unter Erwachsen gibt es eine kleine Gruppe von 5% der Befragten, die regelmäßig unter Albträumen leidet.

Die häufigsten Themen sind dabei die Verfolgung (50%), gefolgt von etwas Bedrohlichem (20%) und der Verletzung oder dem Tod einer nahe stehenden Person (20%).

Elemente des Albtraums Statistik
Bei den Elementen gibt es natürlich Überschneidungen. So kann jemand in einem Albtraum verfolgt werden und zusätzlich der eigene Tod auftreten, weswegen die Summe der Anteile über 100% liegt

Wie aber kann man Albträume bekämpfen?

Klarträume gegen Albträume: Sich der Angst stellen

Zunächst begegnet uns in dieser Anleitung ein alter Bekannter wieder. Das Traumtagebuch. Denn dort solltest du alle deine Träume eintragen und dazu gehören auch deine Albträume.

Hier ist es ganz besonders wichtig, dass du deine Albträume detailreich festhältst.

Auch das Erzählen des Albtraums kann bereits Besserung mit sich bringen.

Auch wenn es dir schwierig fällt sich noch einmal mit dem Albtraum auseinanderzusetzen,  der Eintrag ins TTB stellt den ersten Schritt zur Besserung dar.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Vermeidung der Konfrontation mit der Angst dazu führt, dass sie weiterhin besteht. Setzen wir uns allerdings mit ihr auseinander stehen die Chancen am besten, dass sie verschwindet.

Oftmals ist es so, dass wir wiederkehrende Albträume haben, also Albträume deren Inhalt sich praktisch kaum ändert. Besonders, wenn man ein Traumtagebuch nutzt, fällt einem dieser Umstand schnell auf.

Wenn du es schaffst im Traum luzide zu werden, schaffst du es auch deine Albträume der Vergangenheit angehören zu lassen. (siehe hierzu: die hilfreichsten Techniken um das luzide Träumen zu lernen).

Das luzide Träumen wird sogar in speziellen Kursen als Therapieform Menschen beigebracht, die unter Albträumen leiden.

Der Trick dabei ist, sich der Person/ der Sache zu stellen vor der man Angst hat. Man lässt also im Wachzustand noch einmal seinen Albtraum vor dem geistigen Auge ablaufen und verändert ihn dann nach seinen Wünschen.

Das ganze sollte man vor allem kurz vor dem Schlafen gehen noch einmal in Form einer Autosuggestion wiederholen. Diesen Prozess nennt man auch Image Rehearsal Therapy und er funktioniert auf verschiedenen Wegen:

Konfrontation mit der Angst

Die simpelste Methode wäre das Monster, das dich im Traum verfolgt oder belästigt einfach nach seinen Gründen zu fragen.

Wirst du erst einmal klar im Traum, dreh dich zu deinem Verfolger um und frage ihn höflich aber bestimmt, wer er ist, was sein Problem ist und wie du ihm/ihr helfen kannst es zu lösen.

Zum Beispiel:

„Wer bist du und was machst du in meinem Traum? Wie kann ich dir helfen?“.

Streiten

Bist du der Meinung eine vernünftiges Gespräch ist mit der Traumgestalt nicht möglich gäbe es noch die Möglichkeit sich mir ihr verbal anzulegen.

Hier kann es auch mal etwas ruppiger zugehen. Nimm kein Blatt vor dem Mund und geig deinem Gegenüber mal ordentlich deine Meinung.

Du darfst hier ruhig Frust ablassen und die Traumgestalt einschüchtern. Das soll dir auch die Angst vor ihr nehmen.

Beispiel:

Hey! Was zu Hölle soll das, dass du mich ständig verfolgst?? Hau ab oder ich verpass dir eine!!

Kämpfen

Die aggressivste Möglichkeit wäre sich mit der Traumgestalt auf eine körperliche Auseinandersetzung einzulassen. Geht von ihr ein körperlicher Angriff aus lautet die Devise ohne Rücksicht auf Verluste zurückzuschlagen und den Gegner möglichst unschädlich zu machen.

Klingt hart, aber hey, der Albtraum hat dich schließlich schon lang genug belastet.

Albtraum bekämpfen
Die Ausseinandersetzung mit der Angst ist der beste Weg sich von ihr zu befreien (Fotalia)

Mein Tipp ist in solchen Fällen so weit wie möglich auf Gewalt zu verzichten. Ich bin überzeugt davon, dass man seine Albträume besser behandelt indem man positive Bildern in sie einbaut als sie mit Gewalt zu verbinden.

Erst wenn man die Erfahrung macht, dass einen dieser Ansatz nicht weiterbringt sollte man zu direkteren Methoden greifen.

Von was ich abraten kann ist einfach die Flucht zu suchen und abzuhauen (zum Beispiel indem man aufwacht). Dann rennt man seiner Furcht einfach nur davon, anstatt sich ihr zu stellen.

Und nur die Konfrontation mit der Angst wird dir dabei helfen sich davon zu lösen.

Der Traumforscher Michael Schredl rät dazu diese Technik über 2 Wochen einzuüben. Wichtig dabei ist, dass man sich täglich etwa 5-10 Minuten damit auseinandersetzt wie sein Albtraum aussieht und wie man ihn nach seinen Wünschen verändern möchte.

Verfügst du erst mal über die Fähigkeit des Klarträumens sollte sich die Anzahl an Albträumen auch von alleine verringern. Das berichten viele Klarträumer, die früher von Albträumen geplagt wurden.

Albträume sind ganz nebenbei auch eine hervorragende Methode um im Trübtraum klar zu werden. Denn wenn man erst mal über ein kritisches Bewusstsein verfügt ist alles Gruselige im Traum ein tolles Anzeichen zu erkennen, dass man träumt (Traumzeichen).

Wenn sonst nichts hilft

Wenn dir alle hier vorgestellten Techniken nicht weiterhelfen können, bleibt nur noch der Gang zum Arzt. Er ist der beste Ansprechpartner was Albträume und auch Ein- oder Durchschlafprobleme betrifft.

Dein Arzt kann dich bestimmt zum entsprechenden Spezialisten überweisen.  Auch viele Therapiegruppen nutzen die Imagery Rehearsal Therapy (IRT) um Albträume effektiv zu bekämpfen. Sie wird seit den 90er Jahren erfolgreich angewandt. Die ersten Patienten waren traumatisierte Kriegsveteranen.

Seit einigen Jahren werden aber auch Menschen, die unter Angstträumen leiden, erfolgreich damit behandelt. Gerade die Tatsache, dass man dabei von Menschen umgeben ist, die unter den gleichen Problemen leiden, macht diese Therapieform so wirkungsvoll.

Auch Klartraum-Legende Paul Tholey hat sich mit der Verbindung von Albträumen und Klarträumen auseinandergesetzt. Ich habe einen interessanten Artikel von ihm in einem wissenschaftlichen Journal gefunden. Er ist zwar schon etwas älter, aber sicherlich lesenswert: Artikel

Fazit

Albträume haben wir alle schon einmal erlebt, manche mehr, andere weniger. Wer regelmäßig unter Albträumen leidet, der kann sie mithilfe von Klarträumen wirkungsvoll bekämpfen.

Dabei modelliert man seinen Albtraum so um, dass man sich der Angst im Traum stellt. Danach lernt man diesen selbst gestalteten Traum auswendig und beschäftigt sich täglich damit.

Beim nächsten Albtraum konfrontiert man dann seine Angst und schafft es dadurch die Furcht vor etwas oder jemandem zu verlieren.

Sollte man durch diese Technik alleine keine Fortschritte erzielen, hilft es vielen im Rahmen von Therapiesitzungen mit Experten und anderen Betroffenen zusammenzuarbeiten.


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