Traumerinnerung

Traumerinnerung

Traumerinnerung

Die Fähigkeit sich an seine Träume erinnern zu können ist sehr wichtig, um das luzide Träumen zu erlernen. Wer sich gut an seine Träume erinnern kann, der erkennt schnell welche persönlichen Traumzeichen er besitzt. Das sind Personen, Fabelwesen oder Dinge, die besonders häufig in deinen Träumen auftauchen. Mit ihrer Hilfe kannst du im Traum luzide werden, also erkennen, dass du gerade träumst.

Die meisten Menschen vergessen nach dem Aufstehen sehr schnell was sie geträumt haben. Oft denken wir sogar wir hätten gar nicht geträumt.

Doch das stimmt nicht, denn wir träumen pro Nacht 3-6 Mal.

Wir schreiben den Inhalten von Träumen einfach keine große Bedeutung zu. Deswegen vergessen wir sie schnell wieder.

Aber das Gute ist: Die Traumerinnerung kann trainiert werden! Wie das funktioniert und mit welchen Tricks du deine Traumerinnerung schnell verbessern kann, zeige ich dir in diesem Artikel.

Wovon hängt der Grad der Traumerinnerung ab?

Hier wird zwischen den sogenannten Trait- und State-Faktoren unterschieden.

Trait-Faktoren sind Dinge, die wir gar nicht oder zumindest nur schwer und langsam beeinflussen können. State-Faktoren können dagegen relativ schnell beeinflusst werden.

Trait-Faktoren:

  • Persönlichkeit
    Wer dem Träumen gegenüber offen ist und sich dafür interessiert kann sich besser an seine Träume erinnern. Personen, die kreativ sind haben ebenfalls eine bessere Erinnerung an ihre Träume. Genauso Personen, die eine starke Vorstellungskraft besitzen.
  • Gedächtnisleistung
    Es wurde festgestellt, dass eine schwächere kognitive Leistung (z.B. bei älteren Menschen) nicht zwangsläufig auch zu einer schlechteren Traumerinnerung führt. Im Gegenteil: wer über ein stark ausgeprägtes visuelles Gedächtnis verfügt, der erinnert sich häufiger an Träume.
  • Soziodemographische Faktoren
    Frauen haben einen unruhigeren Schlaf als Männer, wachen öfter auf und erinnern sich deswegen auch öfters an ihre Träume. Hier spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass Frauen sich in der Regel mehr für ihre Träume interessieren und ihnen gegenüber offener sind.

State-Faktoren:

  • Stress
    Viele Menschen berichten davon, dass Stress die Erinnerung an den Trauminhalt erhöht. Vermutlich hängt das mit dem unruhigeren Schlaf zusammen, wodurch man öfter in oder kurz vor Ende einer Traumphase aufwacht und sich dadurch besser an den Traum erinnern kann. Allerdings scheint dieses Phänomen eher auf Frauen zuzutreffen.
  • Schlafstörungen
    Wer länger als normal schläft kann sich meistens besser an einen Traum erinnern als jemand der kürzer als normal schläft. Wird man in der Nacht mehrmals wach, kann man sich zwar in diesem Moment meist an einen (möglichen) Traum davor erinnern, legt man sich aber danach wieder schlafen, träumt man meist etwas anderes was die Erinnerung an den vorherigen Traum „überspielt“.
  • Aufwachen
    Der Grad, wie stark man sich an seinen Traum erinnern kann, wird sehr vom Zeitpunkt und der Art des Weckens beeinflusst. Am besten kann man sich an einen Traum erinnern, wenn man in der REM-Phase aufgeweckt wird. Wird man von einem lauten Wecker oder etwas anderem aus dem Schlaf gerissen, wirkt sich dies genauso negativ auf die Traumerinnerung aus wie wenn man sofort nach dem Aufstehen an etwas anderes als den Traum denkt.
  • Medikamente
    Medikamente, die die Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigen (z.B. einige Psychopharmaka oder auch Alkohol) hemmen die Traumerinnerung. Es gibt aber auch unterstützende Substanzen wie Matcha-Tee oder verschiedene Vitamine, die die Traumerinnerung verbessern.
  • Erkrankungen
    Menschen mit Depressionen können sich meist deutlich weniger an Träume erinnern als ihre gesunden Mitmenschen. Außerdem wurde festgestellt, dass eine niedrige Stoffwechselrate die Aussicht auf eine Traumerinnerung stark erhöht.

Wie kann man die Traumerinnerung steigern?

Traumtagebuch

Traumerinnerung
Ein Traumtagebuch ist der wichtigste Baustein um die Traumerinnerung zu verbessern (Pixabay)

Wer luzides Träumen lernen möchte, kommt daran nicht vorbei: Die meist genutzte und vielversprechendste Methode die eigene Traumerinnerung zu steigern ist ein Traumtagebuch (TTB).

Ein Traumtagebuch kann man sich wie ein Tagebuch, nur eben für das was man geträumt hat, vorstellen.

Das Traumtagebuch wird neben das Bett gelegt und sobald man aufwacht versucht man sich an seinen Traum zu erinnern und trägt ihn ein.

Das Eintragen kann dabei viele verschiedene Formen annehmen.

Neben der klassischen Handschrift (Stichpunkte, Halbsätze oder ganze Sätze) können auch Bilder der Dinge, die man gesehen hat eingetragen werden. Je mehr Details desto besser!

Auch Diagramme, Symbole oder Illustrationen sollten ihren Platz finden. Manche gehen sogar soweit eine Traumkarte einzuzeichnen, also die komplette Umgebung, die sie im Traum wahrgenommen haben.

Viele geben ihren TTBs auch schöne Cover um die Motivation dort hineinzuschreiben zu erhöhen.

TIPP
Wer Probleme damit hat, dass er das Ende eines Traumes vergisst, während er den Anfang einträgt sollte zuerst ein paar Stichpunkte aufschreiben und daraus den weiteren Traum aufbauen.
Traumtagebuch Beispiel
Beispiel für ein Traumtagebuch: Ein Eintrag in meinem TTB (ja ich weiß, meine Zeichnen-Skills sind ausbaufähig 🙂 )

Traumtagebuch-Arten

Ein TTB muss aber nicht unbedingt ein Buch im klassischen Sinne sein. Viele benutzen auch ein Diktiergerät/ Aufnahmefunktion auf dem Handy, um das Geträumte festzuhalten.

Das erfordert nicht den gleichen wachen Zustand wie das Schreiben und ist erst mal bequemer.

Auch ein Notizen Programm bzw. eine Notizen-App wie Evernote kann hilfreich sein.  Ich rate ohnehin dazu das Aufgesagte später noch einmal abzutippen und zu reflektieren.

Traumtagebuch: Erinnerung
Je mehr man sich an einen Traum erinnern kann desto besser. Deswegen sollte es das Erste sein an das man denkt, wenn man aufwacht.

Bleiben nur einzelne Fetzen oder Schnipsel hängen ist das aber auch nicht schlimm. Auch diese sollten aufgeschrieben/ -gesagt werden.

Nimm dir für die Erinnerung ruhig ein paar Minuten Zeit, denn oft braucht das Gehirn kurz um vollständig wach zu werden und sich an einen Traum zu erinnern.

Um den Überblick zu behalten bietet es sich an seinen Traumbericht nach einem bestimmten Muster zu gestalten. Es sollten zum Beispiel enthalten sein:

  • Datum
  • Überschrift (zum Beispiel „Flugtraum“)
  • Zeitpunkt des Zu-Bett-Gehens und Aufwachens
  • Art der angewandten Klartraumtechnik
  • Inhalt (sowohl Abläufe als auch Personen)
  • Zusammenhänge zur Realität, um zu erkennen was einen im Moment offensichtlich stark beschäftigt
  • etc.

Art des Aufwachens

Wie oben bereits angesprochen spielt der Zeitpunkt und die Art des Aufwachens eine große Rolle bei der Fähigkeit sich an seinen Traum zu erinnern.

Am besten erinnern wir uns an einen Traum, wenn wir während des Traumes aufwachen. Am stärksten träumen wir in der REM-Phase. Diese ist besonders gegen Ende eines Schlafes lang und intensiv.

Wer also ausschläft, hat größere Wahrscheinlichkeiten sich an seinen Traum erinnern zu können.

Art des Aufwachens
Ein sanftes Aufwachen erhöht die Traumerinnerung (Pixabay)

Es gibt auch spezielle Schlafphasenwecker*, die erkennen können in welcher Schlafphase du dich gerade befindest.

Eine andere sehr effektive Möglichkeit ist eine Autosuggestion. Dabei sagt man sich im Laufe des Tages immer wieder vor was man gerne schaffen möchte, also in diesem Fall „Ich wache während des Träumens auf“.

Besonders gegen Abend und während man im Bett liegt sollte man diese Phrase wiederholen. Du kannst diesen Satz auch gerne mehrmals aufschreiben.

Das wird vielleicht nicht am ersten Tag klappen, je öfter man diese Technik aber anwendet, desto effektiver ist sie.

Eng damit verknüpft ist die WBTB-Methode, die du in einigen Klartraumtechniken kennenlernen wirst.

Negierte Suggestionen

TIPP: Es wird vermutet, dass negierte Autosuggestionen („Ich wache heute nicht auf“) geringere Erfolgschancen aufweisen, wie unnegierte Suggestionen („Ich träume stabil“).

Das hängt vermutlich damit zusammen, dass unser Gehirn Negationen nicht als solche erkennen kann und sie sozusagen „überliest“. Deswegen denken wir auch an einen lila Elefanten wenn jemand zu uns sagt: „Denke nicht an einen lila Elefanten“.

Ich persönlich denke aber, dass der Glaube an die Wirkung der Autosuggestion deutlich wichtiger ist als die Art der Formulierung.

Auch die Art des Aufwachens spielt eine Rolle. Wenn du nicht von selbst aufwachst, dann nutze einen Wecker der einen sanften Weckton abgibt.

Das soll verhindern, dass du schreckhaft aus dem Schlaf gerissen wirst, was die Wahrscheinlichkeit für eine Traumerinnerung senkt.

Psychologie

Wer sich auf das Träumen freut, dem Ganzen offen gegenübersteht und sich dafür interessiert, der wird sich auch besser an seine Träume erinnern können.

Der simple Wille im Traum klar zu werde ist wichtig. Auch hier spielen Autosuggestionen natürlich wieder eine Rolle. Ebenso die einfache Handlung sein Traumtagebuch neben das Bett zu legen erhöht die Traumerinnerung.

Eine bunte Gestaltung des TTB, so dass man sich darauf freut etwas einzutragen, ist hilfreich. Viele Klarträumer nutzen auch Memotechniken, die einem helfen sich besser an große Informationsmengen zu erinnern.

Traum
Wer sich aufs Träumen freut, hat eine bessere Traumerinnerung (kellepics / Pixabay)

Substanzen

Es gibt viele hilfreiche Substanzen, die dabei helfen sich an einen Traum zu erinnern. Allerdings ist umstritten, ob die Substanzen selbst oder der Placebo-Effekt dafür verantwortlich sind.

Der Klartraumforscher Thomas Yuschak hat ein ganzes Buch über das luzide Träumen mit der Unterstützung von Substanzen geschrieben ( PDF-Download). Außerdem findet sich im Klartraum-Wiki eine große Liste an Stoffen, die die Wirkung eines Klartraumes verstärken können. ( Liste)

Ein paar Beispiele daraus, die das luzide Träumen unterstützen (sollen) und die Traumerinnerung verstärken:

Traumkraut
Eine Traumkraut Pflanze

VORSICHT: Einige der aufgelisteten Stoffe sind hoch halluzinogen oder sogar giftig. Wenn man sich näher mit diesen Stoffen auseinander setzen will, rate ich dringend dazu sein Vorhaben diese einzunehmen mit einem Arzt zu besprechen.

  • Vitamin B6
  • Atztekisches Traumkraut (halluzinogen) (Mehr Infos: hier)
  • Galantamin
  • Huperzin A
  • Traumwurzel (Silene Carpensis)
  • Yohimbin
  • Glycerophosphocholine
  • Nikotin
  • etc.

 

Alkohol ist insofern für einen Klartraum förderlich als dass er die REM-Phase unterdrückt. Zumindest in der ersten Nacht, denn in der Nacht darauf holt sich der Körper den verpassten REM-Schlaf zurück, sodass die REM-Phase jetzt doppelt so lang ist (REM-Rebound-Effekt).

Die Wahrscheinlichkeit für einen Klartraum ist nun also höher.

Meditation

Auch das Meditieren vor dem zu Bett gehen kann positive Auswirkungen auf das Träumen und die Erinnerung an den Traum haben. Meditation verstärkt das Bewusstsein und die Achtsamkeit.

Außerdem hilft es Bedeutungen zu erkennen, um somit leichter im Traum klar zu werden. Für diese Übung sind eine ruhige Umgebung (um Ablenkungen zu vermeiden) und eine tiefe Entspannung wichtig.

Ich persönlich meditiere immer 10 Minuten mit der App Headspace. Du kannst aber auch einfach entspannte Musik hören oder komplett ohne Hilfsmittel arbeiten.

Eine unter Oneironauten weit verbreitete Entspannungstechnik ist die 61 Punkte Methode. Dabei konzentriert man sich nacheinander auf 61 Körperpunkte und entspannt damit Körper und Geist. Sie ist zum Beispiel für die WILD-Methode sehr sinnvoll, um den schmalen Grat zwischen Wachsein und Einschlafen zu treffen.

Simon Rausch erklärt die 61 Punkte Methode in diesem Video sehr ausführlich:

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