WILD-Methode

WILD-Methode

WILD-Methode (Wake Initiation of Lucid Dreams)

WILD steht für Wake Initiation of Lucid Dreams (zu deutsch etwa: „aus dem wachen Zustand eingeleiteter, luzider Traum“). Im Gegensatz zu den DILD-Techniken versucht man beim „WILDen“ bewusst aus dem wachen Zustand heraus in einen Klartraum einzutauchen. Diese Technik wird in der Regel als schwerer empfunden als die DILD-Methoden, weswegen Anfängern oft davon abgeraten wird. Gleichzeitig gilt sie aber auch als erfolgsversprechender, da man bei ihr noch eher das „Eindringen“ in den Klartraum steuern kann, als bei den DILD-Methoden.

Ich persönlich empfehle dennoch auch Anfängern sie auszuprobieren, weil die verschiedenen Techniken bei jedem unterschiedlich gut funktionieren und der ein oder andere beim WILDen vielleicht mehr Erfolg hat als bei den DILD-Methoden.

Neben der klassischen WILD-Methode gibt es noch einige verwandte Techniken.

Anfängern kann ich vor allem die iWILD- und die DEILD-Technik empfehlen, da diese relativ schnell die ersten Erfolge versprechen und vor allem nicht so schwer anzuwenden sind.

WILD-Methode: Ablauf

WTBT

Die WILD-Methode wird in der Regel nach einigen Stunden normalen Schlafens angewandt. Üblicherweise gönnt man dem Körper etwa 5 Stunden normalen Schlaf, um sich zu erholen.

Danach kommt eine Hilfstechnik namens WBTB ins Spiel. WBTB steht für „Wake Back-to-Bed“, was so viel heißt wie „Aufwachen und danach zurück ins Bett“.

Direkt am Abend zu „WILDen“ senkt die Erfolgschancen erheblich, weil unser Gehirn, bevor wir in die REM-Phase gelangen, eine Reihe an NREM-Phasen (Non-REM-Phasen) durchläuft, in denen Träume sehr unwahrscheinlich sind oder nicht gefühlsecht wirken.

Das Ziel des WBTB besteht darin, die Tiefschlafphase des Körpers (die in der Regel 5-6 Stunden dauert) zu überbrücken, danach (kurz) wach zu bleiben und daraufhin wieder in der REM-Phase einzuschlafen.

Der Grund dafür ist, dass in der REM-Phase Träume viel wahrscheinlicher sind. Gleichzeitig ist der Körper nach 5 Stunden Schlaf zwar weitestgehend erholt, trotzdem fühlt man sich aber noch müde genug, um schnell wieder einschlafen zu können.

WILD-Methode
Ein sanftes Aufwachen hilft bei der Traumerinnerung. Daran kann man beim „WILDen“ anknüpfen (Fotalia)

Optimal ist es wenn man nach etwa 5 Stunden Schlaf (bei manchen mehr, bei manchen weniger) nicht etwa aus dem Schlaf gerissen sondern sanft aufgeweckt wird.

Dann ist die Traumerinnerung am größten. Am besten eignet sich dazu ein entspannter Smartphone Wecker-Klingelton. Alternativ könnte man am Abend auch ein großes Glas Wasser kurz vor dem Schlafengehen trinken, um sich so vom Harndrang wecken zu lassen.

Du kannst auch üben von selbst aufzuwachen. Dazu nutzt man in der Regel eine Autosuggestion. Diese könnte zum Beispiel lauten: „Heute Nacht werde ich nach 4-6 Stunden Schlaf selbst aufwachen“.

Diese Autosuggestion wiederholst du nun mehrmals über den Tag hinweg. Es kann durchaus ein paar Tage dauern, bis du dadurch wirklich nach 4-6 Stunden aufwachst.

Sollte diese Methode nicht funktionieren, ist es natürlich auch kein Beinbruch, wenn du dich von einem Wecker wecken lässt.

Wach werden

Nach dem Aufstehen geht es erst darum richtig wach zu werden. (Kalt) Duschen, ein kurzer Nachtspaziergang oder ein wenig sportliche Übungen helfen dir dabei.

Im Anschluss kannst du dich gerne mit Dingen beschäftigen, die mit luzidem Träumen zu tun haben. Thematisch passende Internet Artikel oder Bücher sind hier als Beispiel zu nennen.

Hast du dagegen in dieser Nacht schon geträumt und möchtest diesen Traum gerne weiterführen, kannst du dich gerne auch mit diesem Traum beschäftigen. Gehe ihn gedanklich noch einmal durch, male dir Skizzen, schreib einen Artikel in dein Traumtagebuch, etc.

Wie lang man letztendlich wach bleibt um sich danach dem Eindringen in einen Klartraum zu widmen fällt von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus.

Im Internet oder einschlägiger Literatur kursieren unterschiedliche Faustregeln dazu. Verbreitet sind Zeiträume zwischen 30 und 60 Minuten. Hier muss man sich durchexperimentieren. Ich persönlich bleibe immer etwa 1 Stunde wach.

Lesen zum Einschlafen
Lesen hilft einem dabei wieder müder zu werden, um sich der WILD-Methode zu widmen (Pixabay)

Wird man zum Beispiel durch das Lesen wieder langsam müde ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um sich wieder ins Bett zu legen und die WILD-Methode durchzuführen.

TIPP: Viele „WILDerer“ berichten auch von positiven Erfahrungen, wenn sie die WILD-Technik zum Mittagsschlaf anwenden. Ich persönlich habe ebenfalls beim Mittagsschlaf die intensivsten Träume.

Falls dir das Aufstehen in der Nacht also zu lästig ist, wäre das eine vielversprechende Alternative.

Hypnagogien

Entscheidend bei der WILD-Technik ist der Übergang vom wachen Zustand in den Traum. Wie du sicher selbst schon festgestellt hast ist dies kein abrupter Vorgang sondern ein schleichender Prozess.

Dass man einschläft merkt man in der Regel nicht. Beim WILDen wollen wir aber genau das erreichen und zwar mit Hilfe der sogenannten Hypnagogien.

Hypnagogien sind Gefühle oder Bilder vor unserem geistigen Auge, die wir beim Übergang in den Schlaf empfinden bzw. sehen.

Diese Art der Halluzinationen empfindet jeder Mensch, aber nur die wenigsten bewusst.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin Hypnagogien zu erkennen, den Körper einschlafen zu lassen und dabei aber das Bewusstsein noch in einem wachen Zustand zu halten, um später luzid träumen zu können.

Wie aber sehen Hypnagogien genau aus?

Hypnagoge Halluzination
Visuelle Hypnagogien zeigen sich häufig in Form von schwarz-weißen Mustern oder Lichblitzen (Pixabay)

Hypnagoge Halluzinationen können viele verschiedene Formen einnehmen. Angefangen von einem Kribbeln (meistens in den Händen/Beinen) über Töne und Geräusche (Pfeifen, Quitschen, Zischen, wiederholende Tonmuster z.B. tropfendes Wasser, usw.) bis hin zu visuellen Halluzinationen (sich ständig ändernde geometrische Figuren oder Lichtblitze, etc.).

Besonders schnell treten Hypnagogien auf, wenn man sehr müde ist.

Erst wenn man in der Lage ist Hypnagogien zu erkennen kann man versuchen einen durch die WILD-Technik induzierten Klartraum zu erreichen.

Um sie zum ersten Mal bewusst zu erleben kann man sich Abends einfach ins Bett legen und entspannen. Augen schließen und nach kurzer Zeit werden die ersten Hypnagogien auftauchen.

Wichtig ist, dass man (obwohl man versucht bei Bewusstsein zu bleiben) nicht verkrampft versucht sie zu spüren/hören/sehen sondern sie einfach auf sich zukommen lässt.

Hin und wieder kann  man die Gedanken auch abschweifen lassen um den Hypnagogien durch die gesteigerte Entspannung mehr Spielraum zum Auftauchen zu geben.

4 Tipps, um schneller Hypnagogien wahrzunehmen:

WILD-Methode: Die Schlafparalyse

Ein nächster wichtiger Bestandteil des Einschlafens ist die sogenannte Schlafparalyse. Die Schlafparalyse sorgt dafür, dass man das Körpergefühl verliert oder sich einzelne Gliedmaßen taub anfühlen.

Ein weiteres Symptom ist ein leichtes Pulsieren oder Vibrieren von Körperteilen oder des ganzen Körpers.

Die Schlafparalyse ist eine Schutzfunktion des Körpers. Er unterbindet damit, dass wir die Bewegungen, die wir beim Träumen ausführen auch in der „Realität“ ausführen. Einzig der Herzschlag, die Augenmuskulatur und die Atmung bleiben davon unbeeinflusst.

Hinweis 'Schlafparalyse'
Einige Menschen haben Angst vor der Schlafparalyse oder dem Gefühl sich nicht mehr bewegen zu können.

Das ist allerdings vollkommen unbegründet, denn wie gesagt handelt es sich dabei nur um ein Gefühl und der Zustand kann in sekundenschnelle wieder aufgelöst werden.

Häufig wirst du ohnehin nichts von der Schlafparalyse mitbekommen, weil sie meist kurz nach dem Einschlafen oder mit dem Einschlafen eintritt.

Solltest du sie trotzdem einmal bewusst wahrnehmen und Angst bekommen, dann hilft es, sich noch einmal bewusst zu machen, dass die Schlafparalyse vollkommen harmlos ist und die Angst im Kopf entsteht.

Hat man keine Angst mehr davor, kommt es in der Regel auch nicht zu Panikzuständen. Im Gegenteil, dann wird die Schlafparalyse vermehrt als angenehm wahrgenommen.

Die Gratwanderung zwischen Einschlafen und Wach sein

Wie du vielleicht schon herauslesen konntest kommt es bei der WILD-Technik darauf an den schmalen Grad zwischen Wachheit und Einschlafen zu treffen.

Das ist gar nicht so leicht und bedarf viel Übung. Eine bewährte Methode besteht darin sich beim Versuch so wenig wie möglich zu bewegen. Wir wollen dadurch dem Gehirn vorgaukeln, dass wir bereits schlafen, obwohl wir noch bei Bewusstsein sind.

Natürlich darf man sich mal kratzen, falls es am Bein juckt, denn Entspannung ist wichtig. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass jede Bewegung einen beim Aufbau seines „Portals in den Klartraum“ wieder ein wenig zurückwirft.

Wichtig: WILD-Methode
Die WILD-Methode kann bereits im ersten Anlauf funktionieren, muss aber nicht. Von großer Bedeutung ist hier also üben, üben, üben. Irgendwann wird der Übergang vom bewussten Zustand in den Traum ein Kinderspiel 🙂

Du kannst jetzt anfangen dir eine kleine Geschichte auszudenken. Erfinde einfach nur den Anfang, ein paar Personen und einen Schauplatz.

Die Handlungen der einzelnen Personen werden dir dann nach und nach einfallen. Nach kurzer Zeit werden dann auch die ersten Vorgänge und Personen auftauchen, an die du gar nicht gedacht hast.

Der Traummotor

Du stehst jetzt ganz am Anfang einen Traum „aufzubauen“. Meist wird das aber nicht reibungslos klappen. Ich möchte dir das mal anhand einer Analogie erklären, die ich mir ausgedacht habe:

Stell dir den Aufbau dieses Traumes wie einen Motor vor. Den Start des Motors hast du bereits geschafft, indem du deine kleine Geschichte mit den von dir eingebauten Figuren und dem Schauplatz erfunden hast.

Dein Motor läuft auch zunächst von selbst weiter, denn es tauchen Dinge und Personen von selbst auf, an die du zunächst nicht gedacht hast.

So weit so gut, aber plötzlich fängt dein Motor an zu stottern! Irgendwie kommen keine neuen Handlungen/Personen mehr von alleine hinzu sondern du musst wieder selbst deine Fantasie aufbringen, um die Geschichte weiterzuspinnen.

Du wirst also zwischendurch wieder etwas wacher/bewusster.

Das ist vollkommen normal. Du fährst dann einfach bewusst mit deiner Geschichte fort, bis sie wieder eine gewisse Eigendynamik entwickelt.

Dieses „Stottern vom Traummotor“ wird immer weniger, je länger du versuchst an deinem Traum zu basteln. Irgendwann läufts dann mehr und mehr von selbst, ohne „Aussetzer“. 

Traummotor
          Kannst du den Traummotor am laufen halten, wird er dir einen Traum bescheren 🙂

Früher oder später werden dann auch die ersten Hypnagogien auftauchen und du wirst in einen Traum gleiten. Wenn du deine Vorstellungen zusätzlich mit Emotionen und Sinneseindrücken verbindest klappt das am schnellsten.

Je tiefer du eintauchst desto realer wird dir die Traumwelt erscheinen. Ob du dann bewusst den Einstieg in den Traum mitkriegst oder erst im Traum klar wirst kann man vorher nie wissen. Den Wechsel in den Traumkörper bekommt man nicht immer mit.

Konzentration auf ein Körperteil

Ein weiterer Tipp um bewusst in den Klartraum zu gelangen: Konzentriere dich auf das Gefühl in einer Hand (ich nutze immer meine Schreibhand, also die rechte) und lass die Wogen des Schlafs langsam näher kommen.

Die Stärke der Konzentration sollte aber nicht zu hoch sein: ein softer, sanfter Fokus und der Gedanke daran gleich zu träumen genügt.

Mit der Zeit wirst du immer mehr in Richtung Einschlafen und weg von einem bewussten, wachen Zustand gezogen.

Die Kunst besteht hier darin gerade so viel Bewusstsein ausfrecht zu erhalten, dass man nicht einschläft, sich ansonsten aber in einem tiefenentspannten Zustand befindet. Hierbei hilft es auch sich auf die Hypagnogien vor dem geistigen Auge zu konzentrieren.

Hat man alles richtig gemacht (und ein wenig Glück) wird man in die Klartraumwelt eingesogen und man kann erste, kleine Versuche wagen sich von seinem realen Körper zu lösen.

Zum Beispiel durch „herausrollen“ oder „herausschweben“. Alternativ helfen dir Reality Checks zu überprüfen, ob du bereits träumst oder nicht.

Ist man nun in der Lage Dinge zu tun, die in der Realität nicht möglich sind, wie durch Wände zu schweben oder sich klitzeklein zu machen, kann man sicher sein, sich in einem Klartraum zu befinden und diesen nach seinen eigenen Wünschen gestalten.

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